20er Jahre Mode Herren - die Essentials

05.03.2020
Kilian Thullen

Der Eindruck, den wir von der Mode der 20er-Jahre haben, wird maßgeblich durch Film und Schauspiel beeinflusst und spiegelt nicht immer die Realität dieser Zeit wider. Geprägt wurde sie vor allem durch die Ambivalenz zwischen der goldenen Zeit zur Mitte des Jahrzehnts und dem Elend, das zu Beginn und zum Ende der 1920er-Jahre geherrscht hat. Doch wie wurde die Mode von dieser Phase beeinflusst, die ereignisreicher kaum sein könnte?

Die 20er Jahre - ein turbulentes Jahrzehnt

Um diese Frage zu beantworten, muss zunächst detaillierter auf die für die Entwicklung der Mode relevanten Geschehnisse eingegangen werden. 

Der Begriff der “Goldenen Zwanziger” entwickelte sich vor allem aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs, der in Deutschland in der Mitte des Jahrzehnts stattgefunden hat. Doch auch in der Kunst, der Musik, der Wissenschaft und eben in der Mode sind diese Jahre als eine Blütezeit in Erinnerung geblieben. Der Beginn der Dekade war vor allem in Europa von den Nachwirkungen des Ersten Weltkriegs geprägt.. Erst langsam erholte sich die Bevölkerung von den Folgen dieser Katastrophe und der Wohlstand stieg an, bis im Jahr 1929 das gesamte Weltwirtschaftssystem in sich zusammenbrach und Teile der Bevölkerung wieder verarmten.

In den USA hingegen war diese Phase von den Kontroversen rund um die Prohibition geprägt, welche die Regierung unter Präsident Wilson verabschiedete, um den Alkoholkonsum innerhalb der Bevölkerung einzudämmen. Diese Maßnahme hatte jedoch nicht den gewünschten Effekt. In großen Teilen der Vereinigten Staaten entwickelten sich organisierte Strukturen, die die Spirituose fortan illegal verkauften. Zudem wuchs der Unmut über die Prohibition in der Bevölkerung und die Menschen begannen gegen das Alkoholverbot zu protestieren. 


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20er Jahre Mode Herren - was zeichnet sie aus?

Dieser Protest äußerte sich auch in der Mode der 1920er-Jahre, denn viele Regeln des vorherigen Jahrzehnts wurden in dieser Zeit gebrochen. Während zuvor der klassische Anzug in der Herrenmode omnipräsent war, gestaltete sich die Alltagsgarderobe der Männer in der Folge zunehmend sportlicher. Jacken aus verschiedenen Sportclubs und Knickerbocker-Hosen, die aus dem Golfsport stammen, erfreuten sich großer Beliebtheit. Kombiniert wurden diese Teile oftmals mit langen Jacketts und gemusterten Kniestrümpfen.

 

In der Abendgarderobe war der Anzug jedoch nach wie vor der absolute Standard, wenn auch in abgewandelter Form. Hosen wurden fortan auf der Taille sitzend getragen, was heute als “high waist” bekannt ist. Zudem hatten sie häufig einen Umschlag und waren weiter geschnitten, als es zuvor üblich war. Kombiniert wurde dies mit zunehmend längeren Jacketts und breiter geschnittenen Schultern. Krawatten waren in der Abendgarderobe eher unüblich, die Fliege war die Wahl der edlen Herren in den 20er-Jahren. Abgerundet wurde das Outfit von Hosenträgern, die farblich zumeist mit der Fliege abgestimmt war. Der Gürtel, wie man ihn heute kennt, wurde zu dieser Zeit überwiegend von Arbeitern getragen und gehörte nicht zur Ausstattung eines Anzugs.

   

Viele dieser Elemente erfreuen sich auch aktuell wieder großer Beliebtheit und werden im sogenannten Vintage Style adaptiert. Weit geschnittene Anzughosen werden wieder “high waist” getragen und auch Jacketts mit breiten Schultern finden immer häufiger ihren Weg in die Kleiderschränke der Menschen. Wer es etwas auffälliger mag, der ersetzt auch heute noch den omnipräsenten Gürtel durch ein stilvolles Paar Hosenträger. Aus einem originalen 20er Jahre Herren Look sind diese jedenfalls nicht wegzudenken.

 

 



BeWooden - Kilian Thullen
Kilian Thullen
Visionär
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